Musik für alle

„Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“, an diese Zeilen musste ich sofort denken, als ich in der sweatbloodtears-Box auf dem musicpark stand. Ich gehörte zu den Glücklichen, die die Gelegenheit hatten bereits vor Beginn der Musik-Erlebnissmesse auf der Leipziger Messe in den Genuss dieses einzigartigen Klangwunders zu kommen. Bei der Box handelt es sich um einen kleinen, schallgeschützten Raum inmitten der Messehalle. Protagonist an dem Vormittag war der Drummer Gary Wallis, der unter anderem für Bands wie Pink Floyd und Mike & The Machines gespielt hat. Hochkonzentriert und mit einer Mimik, die Bände sprach, gab er seine Drumkünste an dem 20.000 Euro Instrument zum Besten. Hinterlegt mit den Klängen von Schiller ließ er die Box mit installiertem Quadro-Sound-System im wahrsten Sinne des Wortes erbeben. Jeder Beat ging durch den ganzen Körper hindurch und fuhr, wie Grönemeyer es in seinem Hit sang, durch den Magen. Ich kann von mir behaupten, dass ich ein recht geübter Konzertgänger aller möglichen Musikrichtungen bin. Doch solch einen Ganzkörper-Effekt erlebt man sehr selten. So nah am Künstler sah ich zudem, welch Antrengung dahinter steckt die dutzenden Drums zu bedienen. Nun war mir auch klar, was der Begriff „sweat“ im Titel der Box wirklich bedeutete. Wer mit Leidenschaft die Musik verinnerlicht und sie gleichermaßen auslebt, der schwitzt, nach deutschem Sprichwort, ganz sicher Blut und Wasser. Und wenn ich mich an Legeden der Musikgeschichte erinnere, fließt im Sog der Inbrunst auch mal eine Träne. Es mag ein beinah gigantisch poetischer Name für einen solch kleinen Raum sein. Doch die Wirkung dahinter ist mindestens genauso gewaltig wie die echten sweatbloodtears-Momente der musikalischen Ära der letzten Jahrzehnte.

Music makes my life – das sage ich immer, wenn mich jemand fragt, wie es bei mir um dieses Thema steht. Als Kind versuchte ich Instrumente zu erlernen. War für das Keyboard aber zu ungeduldig und hasste den Schmerz, den die Gitarrensaiten an meinen Fingern verursachten. Ich hatte die Leidenschaft am Musikmachen damals nicht verinnerlicht. Heute lebe ich meine Liebe zur Musik im Zuhören. Doch der musicpark hat mir neue Blickwinkel eröffnet. Für das Erlernen eines Instrumentes ist es eigentlich nie zu spät, oder? Ich habe mir also vorgenommen, das Musikerlebnis auf der Leipziger Messe in mich aufzusaugen. Ganz sicher werde ich mir das ein oder andere Instrument herauspicken und direkt vor Ort testen. Und wer weiß, vielleicht quäle ich demnächst meine Nachbarn mit Geigenfietschen oder trete in die Fußstapfen meines Urgroßvaters und probiere mich an der Klarinette.

Infos zur Erlebnis-Messe musicpark

Vom 1. bis 3. November 2019 öffnet erstmals der musicpark – die Musik-Erlebnismesse auf dem Leipziger Messegelände. Das Event richtet sich an alle Musikliebhaber, die bereits Instrumente spielen, darüber nachdenken es zu tun oder die einfach mal Musik in all ihren instrumentalen Facetten genießen wollen. Die ganze Familie wird zu einem Spaziergang durch die vielfältige Welt der Instrumente eingeladen – und dazu, Musik vom kleinen Zeh bis zur Haarspitzen aufzusaugen.

Von den sweatbloodtears-Boxen gibt es übrigens drei Stück in Messehalle 2. Gitarre und Bass, Schlagzeug und Perkussion sowie klassische Instrumente stehen hier jeweils im Fokus. Die Acts, die hier zum Instrument greifen, spielten und spielen unter anderem für Robbie Williams, die Simple Minds, BossHoss und Jan Delay.

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