Die Erde brennt. Die Menschheit hat sich ins All gerettet und eine Gesellschaft aufgebaut, die auf Raumstationen lebt. Aufgeteilt in insgesamt 10 Klassen werden sie von Geld und klaren Regeln regiert. Doch es gibt dieses eine Mädchen, dass regelmäßig über den Bildschirm flimmert und ziemlich wütend ist. Wut – ein Gefühl, dass im All kaum jemand empfindet, denn es verbraucht zu viel Sauerstoff. Das Mädchen wird unter dem Namen „Earth Girl“ berühmt. Doch eigentlich heißt sie Kata und lebt auf der (brennenden?) Erde. Sie begibt sich auf ein aufregendes Abenteuer und fliegt mit zwei Jungs, die auf der Erde gestrandet sind, zu den Raumstationen hinter dem Mond. Eigentlich ist sie auf der Suche nach ihren Eltern, doch auf ihrer Reise entdeckt sie vieles, dass sie an dem Leben der Menschen im All nicht versteht oder ziemlich unfair findet.
Ich bin schwer begeistert von dem Buch. Zu Beginn war ich noch sehr unsicher, was mich erwarten würde. Doch bereits auf den ersten Seiten wurden die Figuren und Situationen so liebevoll beschrieben und geschildert, dass das Weiterlesen total leicht fiel. Anna Lisa Kiesel hat ein wunderbares Universum geschaffen. Ich mag alles daran: den Witz und Charme der Figuren, die Räumlichkeiten im All, die Art wie die Menschen leben, aber vor allem die Tücken und Wirrungen der Menschheit und ihre Abhängigkeiten vom System – oder von einzelnen Personen. Mit Protagonistin Kata hat sie eine moderne Pippi Langstrumpf geschaffen, die bodenständig, mutig und klug ihren Weg bestreitet und sehr vieles (berechtigt) in Frage stellt.
Wichtige Themen (u.a.): Klimawandel, Digitalisierung, Fake News, Gefühle, Technik der Zukunft, Familie & Freundschaft