Kätzerische Ostern

Kurz vor Ostern hatte ich das erste Mal seit sehr, sehr vielen Jahren wieder Eier gefärbt. Ich mag eigentlich keine hart gekochten Eier, doch das Färben machte mir schon als Kind total Spaß und ich wollte es einfach mal wieder probieren. Also besorgte ich mir die kleinen Tabletten auf die man ein Gemisch aus Essig und Wasser gießt und legte los. Schon nach dem Kochen war ich ziemlich glücklich, da mir keins der Hühnerprodukte kaputt gegangen war. Nach ein paar Ballanceübungen und Fingergymnastik mit Löffel und Ei hatte ich sechs wundervoll pastelbunte Osterkugeln in einem Körbchen liegen. Das stellte ich stolz auf den Wohnzimmertisch. Aufgrund des Gemüses musste ich dieses Jahr auf den Osterteller mit Süßigkeiten verzichten, da die beiden Hohlkörper und andere Schokolade lieben – und gern auch die Folie drumherum verschwinden lassen. Daher sollte es wenigstens ein Eierkörbchen als frühlingshafte Deko sein. Am Morgen danach gab es dann das bittersüße Erwachen. Entweder meine Kunstwerke gefielen den beiden Stubentigern gar nicht oder erst recht. Ich bin mir nicht sicher. Das Körbchen wurde vom Tisch gefegt, die Eier waren verschwunden. Bereits am Gründonnerstag war also Suchen angesagt. Weiß eigentlich jemand, wann Eier anfangen zu stinken? Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern sehr oft vergaßen, wie viele sie versteckt haben – etwas später duftete dann die böse Überraschung durch den Garten. In der Wohnung wollte ich dieses Unterfangen jedoch vermeiden. In Momenten wie diesen bin ich sehr froh über mein Gedächtnis. Obwohl das Kramen in Erinnerungen zu früher Stunde eine besondere Herausforderung ist, war mir relativ schnell klar, wie viele Eier es nun zu finden galt. Drei konnten mit etwas Geduld – oder eher durch die noch wirkende Entspannung des Halbschlafs – unbeschadet ausfindig gemacht werden. Mit den übrigen drei haben Erbse und Möhre wohl sehr eifrig Fußball gespielt und sie anschließend unter die riesige Couch geschoben. Für schlechte Zeiten, nehme ich an. Einen Sollbruchstellenverursacher brauchte ich für das sonntägliche Oster-Frühstück jedenfalls nicht mehr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s